Mittwoch, 25. Mai 2011

) Muss der Solarausbau auf den Speicherausbau warten?

1.) Muss der Solarausbau auf den Speicherausbau warten?

2.) Kann ein "zu schneller" Ausbau der Solarenergie zum
Netzzusammenbruch führen?

3.) Faltblatt "Schwerpunkte für die Energiewende" anfordern

4.) Abmelden der Rundmails



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1.) Muss der Solarausbau auf den Speicherausbau warten?

Die öffentliche Diskussion zur Frage des Atomausstiegs leidet darunter,
dass alle im Bundestag vertretenen Parteien den Atomausstieg fordern
und dadurch in diesem Punkt ununterscheidbar werden.

Auch bei der Frage, wie die Erneuerbaren Energien gefördert werden
sollen, gibt es nur noch graduelle Unterschiede (mit rühmlicher Ausnahme
bei der Linkspartei, die sich seit Jahren kompromisslos für den
beschleunigen Solar- und Windausbau und gegen fossile Energien einsetzt).

Die Grünen, die sich vehement für einen raschen Atomausstieg und
gegen fossile Energien äußern, verlassen sich auf eine "Roadmap", die
von dem als konservativ bekannten Institut Roland Berger für den
Bundesverband Solarwirtschaft erstellt wurde. Dieser Roadmap folgend
wollen die Grünen das Wachstum der Solarenergie von 7,4 Gigawatt
Neuinstallationen im Vorjahr (2010) auf 5 Gigawatt in den kommenden
Jahren reduzieren.

Hans-Josef Fell in einem Schreiben an den SFV vom 19.04.11 wörtlich: "Ob
wir unser aktuelles jährliches Ausbauziel für die nächsten Jahre in Höhe
von 5 GW im Jahr anheben, wird u.a. davon abhängen, wie sich die
Speichersituation in Deutschland entwickelt und wie schnell die Netze
dadurch entlastet werden können."

Soll nun der Solarausbau auf den Speicherbau warten?

Dazu besteht nicht der geringste Anlass:

Erstens gibt es nur in Süddeutschland an einigen wenigen Stellen auf dem
flachen Land kurzzeitige Solarüberschüsse. Im übrigen Deutschland und
insbesondere in den meisten großen Städten jedoch wird jede erzeugte
Kilowattstunde Solarstrom sofort verbraucht. An das Speichern von
"Solarstromüberschüssen" ist dort noch lange nicht zu denken. Dort
besteht auch keine Notwendigkeit, die Netze zu "entlasten".

Und zweitens lohnt sich Speicherausbau überhaupt erst dann, wenn es
regelmäßig reichliche Solarüberschüsse gibt, mit denen man die Speicher
preiswert befüllen könnte.

Die Speicherbauer warten deshalb auf lohnenswerte Solarüberschüsse.

Zuerst Speicherausbau oder zuerst Solarausbau? Jeder kennt die lustige
Situation, wenn zwei Personen vor einer engen Tür sich gegenseitig den
Vortritt anbieten. Manchmal dauert es schier eine kleine Ewigkeit, bis
man sich geeinigt hat und den neuen Raum betritt. Doch bei der
Energiewende ist das nicht im Geringsten lustig, denn jederzeit kann es
zu einem neuen Atom-Desaster kommen und der Klimawandel schreitet
erbarmungslos fort und unterbricht die regelmäßige Folge von Saat und
Ernte, auf die die ganze zivilisierte Welt angewiesen
ist.

Deshalb müssen Beide energisch vorangetrieben werden, das Solarwachstum
und der Speicherausbau. Und Beide brauchen in der Anfangsphase deutliche
Gewinnanreize.



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2. Kann ein "zu schneller" Ausbau der Solarenergie zum Netzzusammenbruch
führen?

Leider machen sich die Grünen dann noch Sorgen, dass ein zu schneller
Ausbau der Solarenergie zum Netzzusammenbruch führen kann. Dazu
Hans-Josef Fell in seinem in Punkt 1.) erwähnten Schreiben an den SFV:
"Der BSW hat hier im Vergleich zu anderen Organisationen mit seiner
Roadmap den Nachweis gebracht, dass ein jährlicher Zubau von 5 GW für
die Netzstabilität machbar ist, wenn gezielte Maßnahmen getroffen sind.
Studien, die die Machbarkeit höherer Zubauraten belegen, liegen uns
nicht vor."

Schade, wir hätten auf diese Frage eine Antwort:

Dass Solarüberschüsse gefährlich seien und die Netzstabilität gefährden
könnten, ist ein Schauermärchen, das die Stromwirtschaft gerne den
Politikern erzählt.

Für technisch interessierte Leser:
Jeder Solarwechselrichter hat zwei Abschaltvorrichtungen, die
verhindern, dass die Netzstabilität gefährdet wird. Die eine
spricht an, wenn die Spannung am Einspeisepunkt zu stark ansteigt. Die
andere spricht an, wenn die Frequenz im Netz über 50,2 Hz ansteigt.
Beide Abschaltvorrichtungen wurden von der Stromwirtschaft vorgeschrieben.

Zunächst zur erstgenannten Abschaltvorrichtung:
Wenn Solarstrom ins Niederspannungsnetz eingespeist wird, steigt dort
die Spannung etwas an. Die Spannung darf zwischen 230 Volt plus-minus 10
Prozent schwanken. Zuviel Solarstromeinspeisung würde zu einer
Überschreitung der höchsten zugelassenen Netzspannung führen. Doch die
Überspannungsabschaltung schaltet die Solaranlage aus, bevor die
höchstzulässige Spannung erreicht ist. Passieren kann dabei weiter nichts.

Nun zu der anderen Abschalteinrichtung: Sollte aus irgendeinem Grund die
Frequenz im Europäischen Verbundnetz über den Normwert 50 Hz
ansteigen, ist das ein Warnsignal, dass mehr Leistung eingespeist als
entnommen wird. Durch ein abgestuftes System von Regelmaßnahmen wird
dann die eingespeiste Leistung vermindert oder zusätzliche Verbraucher
(auch Speicher) werden zugeschaltet. Damit wird das Gleichgewicht
zwischen Stromerzeugung und Verbrauch rasch wieder hergestellt. Die 50,2
Hz werden deshalb im Normalbetrieb nicht erreicht.

Die Stromwirtschaft hat allerdings die Sorge, dass - falls es doch
einmal geschieht - die Solaranlagen bei Erreichen der 50,2 Hz alle
schlagartig gleichzeitig abschalten. Wenn die Stromwirtschaft dies nicht
wünscht, muss sie für neu ans Netz gehende Solaranlagen andere
Abschaltkriterien einführen - in Anlehnung an die selben Kriterien, die
sie für ihre sonstigen Stromerzeugungsanlagen einsetzt.
Dies ist ein technisch lösbares Problem, jedoch kein Grund, den
Solarausbau zu bremsen.



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3.) Faltblatt "Schwerpunkte für die Energiewende" anfordern

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland hat einen Info-Flyer erstellt,
der auf zwei DIN A4 Seiten darlegt, was politisch dringend getan werden
muss: "Drei Schwerpunkte für die Energiewende". Es geht um Solarenergie,
Windenergie im Binnenland und dezentrale Kurzzeitspeicher. Außerdem geht
es um die Frage, wie die Energiewende möglichst schnell und ohne großen
Ausbau von Fernübertragungsleitungen geschafft werden kann.

Dieser Flyer steht bereits im Internet und soll in der kommenden Woche
in großen Stückzahlen gedruckt werden.

Wenn Sie kleinere Mengen dieses Flyer verteilen wollen, senden Sie uns
dazu bitte einen frankierten und beschrifteten Rückumschlag an unsere
unten aufgeführte Anschrift. (Ein Flyer besteht aus einem - wie ein
Geschäftsbrief - in drei Spalten gefalteten Blatt DIN A4 und wiegt 6 Gramm.)

Gern senden wir den Flyer aber auch in größeren Stückzahlen zu.

Den Flyer finden Sie unter
www.sfv.de/pdf/Drei_Schwerpunkte_fuer_die_Energiewendepdf.pdf


Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

Frère-Roger-Str. 8-10
52062 Aachen
Deutschland

Tel.: +49 (0)241 - 51 16 16
Bürozeiten: 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Fax: +49 (0)241 - 53 57 86
z e n t r a l e [ a t ] s f v . d e

www.sfv.de